"Echten Hunger kennen wir nicht. Echte Sättigung auch nicht. Wir befinden uns in einem permanenten Zustand der Essbereitschaft", sagte eine ehemalige Ministerin für Verbraucherschutz und Ernährung. Nahrungsmittel in Hülle und Füllen machen uns dick oder ekeln uns an. Dieses Phänomen betrifft hauptsächlich die reichen Länder der Erde. Wo Lebensmittel knapp sind, kommt niemand auf die Idee absichtlich zu hungern oder haltlos zu schlingen und danach zu erbrechen.
Während in der Magersucht oder Anorexie vorwiegend gehungert wird mit der Folge eines deutlichen Untergewichtes, wird bei der Bulimie oder Ess-Brech-Sucht gegessen und erbrochen. Bei einem Teil der Menschen mit Adipositas bzw. deutlichem Übergewicht wird zu viel Nahrung zu sich genommen, teilweise in Form von Heißhungeranfällen (binge eating), mit der Folge einer drastischen Gewichtszunahme.
Essstörungen sind in der Regel der Ausdruck einer aufgewühlten Seele. Man isst gegen die Angst, den Stress oder aus Frust und verliert dabei die Kontrolle über sich selbst. Auf der Suche nach Selbstbestimmung wird gehungert, gefastet und erbrochen oder auch geschlungen. Hinter diesem Verhalten verbergen sich in der Regel ernsthafte Konflikte, welche dazu führen, dass das unangemessene Essverhalten sich verfestigt und schließlich das Leben der betroffenen Person und ihr dazugehöriges Umfeld langfristig beeinträchtigt oder gar ruiniert.
Mit Hilfe psychotherapeutischer Verfahren lässt sich diese Spirale stoppen und es wird an den Grundlagen, der Selbstwahrnehmung und dem Essverhalten gearbeitet.
Nachstehende Anhaltspunkte geben Hinweise auf eine eventuelle Essstörung. Fallen Ihnen beim Durchlesen einige Aspekte auf, beantworten Sie mehrere Fragen mit Ja, sollten Sie den Arzt oder Psychotherapeuten Ihres Vertrauens aufsuchen.